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Tanzen möchte ich.
Singend auf den Tisch springen.
Durch die Nacht mit
ausgebreiteten Armen.
Lachend.

Grübelnd sacke ich zusammen.
Vorwürfe zermartern mein Herz.
Ins Dunkel, ohne Halt,
voller Verzweiflung.
Schluchzend.

Mein Herz platzt vor Liebe.
Ein Lächeln schnürt sich um den Magen.
Läuft von meinen Schultern hinab,
bis in die Seele.
Verzweifelt.

Das Leben steckt voller Überraschungen.

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Und wenn ich grad dabei bin…

Nächte können mächtig sein. Fragmente dahingeworfener Leidenschaft pochen an den Schläfen. Eine Zunge tanzt spitz und frech durch den Raum. Mit Geschick und Nachdruck erobert sie den letzten Winkel, durchsucht noch das abgelegenste Eck. Ein Lächeln, an die Dunkelheit verschenkt, auf der Reise durch den verlassenen Raum. Erfüllt vom verklingenden Widerhall des Frohsinns, schwanger von unterdrückter Extase.

Schuldgefühle manifestieren sich. Die zarte Rundung, an der die Hand entlang streicht, hallt durch das Gewissen. Jeder Zentimeter ein Geschenk, jeder Zentimeter ein unauslöschliches Echo im tiefen Tal der Selbstvorwürfe.

Ein sanfter Biss lässt den Widerstand erlahmen. Die Löwin durchbeisst den Nacken, sanft, liebevoll, zärtlich, doch ohne Zweifel am Ziel zuzulassen. Sich zu winden wäre sinnlos. Schicksalsergeben zappelt das arme Tier, zittert, bäumt sich auf. Der Biss durchfährt die Nervenbahnen. Bereit.

Flüstern. Ein gedämpfter Schrei. Hervorgepresst zwischen zitternden Lippen, ausgesandt gen Nirgendwo. Niemand hört zu. Kein Laut dringt heran.

Silberne Stille über den Liebenden.

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Wiedergefunden. Bahn-Beobachtungen aus 2005

Immer wieder passiert es mir, dass ich irgendwelche Dinge wiederfinde. Das ist immer schön, so wird das Leben nicht langweilig. Heute habe ich auf der allerersten Seite meines Blocks, den ich seit Jahren sporadisch benutze, einen kleinen, fragmentarischen Text gefunden, den ich offensichtlich im Zug von Erlangen nach Nürnberg geschrieben habe, muss Anfang 2005 gewesen sein.

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Traumwandeln.
Mit weit aufgerissenen Augen.
Die Schatten verlieren Kontur in der warmen Nachtsonne.

Ein Schritt vor dem anderen
führt zurück in bessere Zeiten.

Die graue Welt huscht vorbei. Schnee durchzieht die Landschaft und es ist tröstlich, von Wärme umfangen zu sein. Shirley Manson singt traurige Worte, die wie geschaffen für diese Nacht scheinen. “And of course we can’t be friends, not while I’m still so obsessed.” Ein Rest der Kälte ruht noch auf dem Gesicht.

Plötzlich beginnt das Spiegelbild in der Scheibe zu lächeln. Auch das Mädchen im braunen Mantel lächelt. Nur einen kurzen Augenblick. Doch lange genug, um ins Herz vorzudringen.

Ich lächele nicht zurück. Der Blick schweift wieder über die weißen Felder, die am Zug vorbeirennen. Sinnentleert starren meine Augen hinaus. Winter. Seit Wochen. Es wäre an der Zeit Abschied zu nehmen. Zügig. Möglichst gestern.

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Zum Brüllen!

Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin. Sie erteilt Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschläge. Als achtsame Christin sagte sie in ihrer Sendung vor einiger Zeit, dass Homosexualität unter keinen Umständen befürwortet werden könne. Homosexualität sei nach Leviticus 18:22 ein Greuel. Im Internet verbreitete daraufhin einer ihrer Hörer den folgenden Brief:

Liebe Dr. Laura! Vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen Anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht, seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Mose 3, Leviticus 18:22, wo klargestellt wird, das es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte! Ich benötige allerdings ein paar Ratschläge von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind:

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken? +

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c) Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

d) Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, das würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren wie Muscheln oder Hummer ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei das ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich eine Lesebrille trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweines mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan Jake

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Nachtrag: Weihnachten

Jetzt sind sie also rum die Feiertage, die Gans ist verdaut, die Geschenke umgetauscht und der Streit vergessen. Ich bin längst wieder in der Arbeit, und da jetzt Freitag ist und es etwas ruhiger wird, finde ich Zeit, ein Fazit zu ziehen.

Diejenigen unter uns, die an Heiligabend in die Kirche gingen, um Weihnachtslieder zu singen und eine Predigt zu hören, bekamen wie jedes Jahr die Weihnachtsgeschichte nach Lukas erzählt. So beginnt sie:

Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde.
Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Jetzt fragt ihr euch: Was will der Bock? Unter die Prediger gegangen oder was? Nein!

Aber als ich Heiligabend nachts um vier im Altdorfer Brauhaus stand, musste ich schmunzeln. Aus allen Himmelsrichtungen waren wir zusammengekommen, um uns einmal im Jahr hier zu treffen. Wie schon am Vorabend, als das Badcafe aus allen Nähten platzte. Alle Jahre wieder das gleiche Prozedere. Na ja, da stand ich also, nach mehreren Bombay Boostern natürlich in der Stimmung, philosophisch zu werden. Und plötzlich dachte ich an die Weihnachtsgeschichte.

Etwas war geblieben von der 2000 Jahre alten Erzählung. Ein Ritual hat sich bis heute gehalten. Und jedermann ging (…), ein jeder in seine Stadt. Kein Augustus mehr, kein Quirinius. Eine Merkel und ein Stoiber, doch keiner von beiden schickt uns nach Hause, um uns zählen zu lassen. Und trotzdem ist es jedes Jahr zu Weihnachten das gleiche Ritual. Wir packen unsere Koffer und fahren in die Heimat. Treffen die Familie, die Freunde, feiern, freuen uns und gehen nach ein paar Tagen wieder auseinander.

Wenn auch sonst nicht viel von Weihnachten geblieben ist, so eifern wir wenigstens in dieser Hinsicht der Weihnachtsgeschichte nach. Irgendwie ein schöner Gedanke. Tröstlich ist auch, dass wir wissen, nicht im Stall schlafen zu müssen ;-). Bis nächstes Jahr, meine Lieben…

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Zwischen den Jahren…

Eine komische Aussage. Seit Tagen erzählen mir Leute, wir befänden uns jetzt zwischen den Jahren. Hä? Hab ich etwas verpasst? Ist 2006 schon vorbei? Sind wir auf einem bösen Trip genau in dem Moment hängen geblieben, als der Zeiger vom 31.12.2006 23.59 Uhr auf den 1.1.2007 0 Uhr springt? Gefangen in einer Störung des Raum-Zeit-Kontinuums, wie es bei Star Trek immer so schön heißt?

Hätte seine Vorteile. Wir könnten noch länger in diesem wundervollen Jahr bleiben, dem Jahr, in dem aus Deutschland eine Partynation wurde, nur weil unsere Fußballnationalmannschaft später aus dem Turnier ausschied, als erwartet. (Und zugegebenermaßen besser spielte als erwartet.) Die Mehrwertsteuererhöhung bliebe aus. Wir könnten also weiter wie die Verrückten Waschmaschinen, Kleinwagen, Motoryachten und ähnlichen Schnickschnack kaufen. Wer weiß, wie lange wir zwischen den Jahren hängen bleiben? Was für ein Konjunkturmotor.

Nur eine Befürchtung habe ich. Das Schwarzpulver in den für viele Millionen erworbenen Böllern würde langsam aber unaufhaltsam kaputt werden. Und irgendwann würde es kalt, draußen auf der Straße, mit dem Sektglas in der Hand. Während wir warten, bis der Zeiger umspringt.

Zwischen den Jahren…

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Nachtrag zum Wintereinbruch

Ich war letzte Woche mal wieder im Zug unterwegs, als der erste Schnee über uns kam.

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Der Winter ruft. Er ist nicht mehr fern und versucht, uns etwas zuzuplärren, er ist mitten unter uns gesprungen und jetzt singt er. Keiner kann ihm entgehen. Ob leicht bezuckert oder stark verschneit, in Facetten ist er überall.

Doch er lächelt. Keine grimmige Fratze streckt er  uns entgegen, sympathisch schmiegt er sich an uns. Umstreift die Beine. Schnurrt.

Sanft streicht er über die Hügel, die Sonne an der Hand. Lädt uns ein, mit ihm zu kommen. Durch die Wälder zu streifen, an Bächen entlang, durch Täler, über Berge. Dem Herbst winken wir hinterher. Doch er sieht uns nicht mehr. Er ist in Windeseile davongerauscht.

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Wieder mal was neues…

Hab lange nix von mir hören lassen. Das ist kein Zustand, drum versorg ich euch mal wieder mit heißen, tagesaktuellen, wichtigen, weltbewegenden Neuigkeiten aus der Landeshauptstadt.

Es ist viel passiert…

Erstens: ich wohne. Und das habe ich vielen lieben, kräftigen, einsatzfreudigen Helfern zu verdanken. An dieser Stelle stellvertretend ein herzliches Dankeschön an Karsten, Tobi und Jörg. Der Schrank steht noch, gute Arbeit, Jungs!

Zweitens: ich fange an zu zweifeln, ob es eine gute Idee war, meine zum Luxus neigende Freundin in diese Stadt zu verpflanzen. Warum? Folgende Episode. Wir trafen uns mit einem Bekannten am Marienplatz. Der hatte sein Auto in der Maximilianstraße geparkt.Wir spazierten also mit dahin. Das Problem an der Maximilianstraße: Dort reihen sich Geschäfte aneinander, die wenig Textil für enorm viel Geld verkaufen. Armani neben Boss neben Versace und so fort. Auf dem Stadtplan sollte hier eigentlich stehen: Vorsicht, meine Herren, meiden sie in Begleitung ihrer Damen diese Gegend! Leider war es für mich zu spät, das Unheil abzuwenden. “Verdienst du in drei Jahren genug, dass ich hier einkaufen gehen kann?” Die Frage war so direkt wie unvermeidbar. Ich bemühte mich um ein Ausweichmanöver. “Na, du als Erzieherin wirst dir das doch leisten können!” Keine Chance. Ironie funktionierte hier nicht. Ich versuchte es mit unverständlichem Gebrummel, das aber in einem “OOOOOOHHHHHHHH! Schau mal Manolo Blahnik!” unterging. Der Super-GAU. Kult-Schuhe. Scheiße. Also abgebogen, Blahniks angeschaut, weitergetrottet. “Hier gefällts mir!” Klar. Zum Glück hab ich noch drei Jahre Schonfrist. Ich fang schon mal zu sparen an…

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Toiletten-Etikette

Ist lang, aber lohnt sich…

[youtube IzO1mCAVyMw]

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Die neue Wohnung

Wohnst du noch oder lebst du schon? Diese Frage des großen blau-gelben Schweden würde ich mir zur Zeit auch gerne stellen. Aber so einfach ist meine Situation leider nicht. Die Frage sollte lieber sein: Übernachtest du noch oder wohnst du schon? Dann können wir mal weiter schauen…

Zum besseren Verständnis zeichne ich mal kurz meinen Weg der letzten Wochen nach. Am 15. Juli bin ich also nach München gezogen. So weit, so schlecht. 12 Quadratmeter möbliert lassen wenig Raum zum Leben. Sogar wenig Raum zum Wohnen. Immerhin konnte mein Rechner mit. Die Episode im schönen Perlach (ohne Neu vorne dran), endete Ende September. Darüber war ich eigentlich ganz froh, schließlich konnte ich endlich aus diesem stinkig-schimmligen, dunklen Loch heraus. Das Problem: erst ab dem 15. Oktober hatte ich einen neuen Mietvertrag in der Tasche. Was tun?

Sümer, mein Nachbar hier im Büro, erbarmte sich und nahm mich auf. Da er grad im Urlaub war, kein großes Problem. Also gings raus nach Geltendorf. Schön da draußen, bisschen weit weg halt. Das war durchaus ganz gemütlich, so im Reiheneckhaus ganz alleine.

Aber: auch Sümer zog leider aus. Am 15.Oktober. Eigentlich perfekt, schließlich hatte ich ja mit Marion zusammen einen Mietvertrag für eine tolle Altbauwohnung in Nymphenburg abgeschlossen. Leider war die aber noch nicht fertig renoviert. Das Ende der Geschichte: Jetzt lebe ich auf der Baustelle. Das bin ich ja von der Renovierung der bocks noch gewohnt. Leider ist auch noch die Luftmatratze, die mein Bett sein sollte, undicht. Aber der Kirgisien-Teppich ist halbwegs bequem.

Am Samstag steht der Umzug an. Dann soll wenigstens alles bis auf den Gang fertig sein. Daumen drücken! Auf jeden Fall: Das Leben rückt näher!

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