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Nachtrag zum Wintereinbruch

Ich war letzte Woche mal wieder im Zug unterwegs, als der erste Schnee über uns kam.

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Der Winter ruft. Er ist nicht mehr fern und versucht, uns etwas zuzuplärren, er ist mitten unter uns gesprungen und jetzt singt er. Keiner kann ihm entgehen. Ob leicht bezuckert oder stark verschneit, in Facetten ist er überall.

Doch er lächelt. Keine grimmige Fratze streckt er  uns entgegen, sympathisch schmiegt er sich an uns. Umstreift die Beine. Schnurrt.

Sanft streicht er über die Hügel, die Sonne an der Hand. Lädt uns ein, mit ihm zu kommen. Durch die Wälder zu streifen, an Bächen entlang, durch Täler, über Berge. Dem Herbst winken wir hinterher. Doch er sieht uns nicht mehr. Er ist in Windeseile davongerauscht.

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Wieder mal was neues…

Hab lange nix von mir hören lassen. Das ist kein Zustand, drum versorg ich euch mal wieder mit heißen, tagesaktuellen, wichtigen, weltbewegenden Neuigkeiten aus der Landeshauptstadt.

Es ist viel passiert…

Erstens: ich wohne. Und das habe ich vielen lieben, kräftigen, einsatzfreudigen Helfern zu verdanken. An dieser Stelle stellvertretend ein herzliches Dankeschön an Karsten, Tobi und Jörg. Der Schrank steht noch, gute Arbeit, Jungs!

Zweitens: ich fange an zu zweifeln, ob es eine gute Idee war, meine zum Luxus neigende Freundin in diese Stadt zu verpflanzen. Warum? Folgende Episode. Wir trafen uns mit einem Bekannten am Marienplatz. Der hatte sein Auto in der Maximilianstraße geparkt.Wir spazierten also mit dahin. Das Problem an der Maximilianstraße: Dort reihen sich Geschäfte aneinander, die wenig Textil für enorm viel Geld verkaufen. Armani neben Boss neben Versace und so fort. Auf dem Stadtplan sollte hier eigentlich stehen: Vorsicht, meine Herren, meiden sie in Begleitung ihrer Damen diese Gegend! Leider war es für mich zu spät, das Unheil abzuwenden. “Verdienst du in drei Jahren genug, dass ich hier einkaufen gehen kann?” Die Frage war so direkt wie unvermeidbar. Ich bemühte mich um ein Ausweichmanöver. “Na, du als Erzieherin wirst dir das doch leisten können!” Keine Chance. Ironie funktionierte hier nicht. Ich versuchte es mit unverständlichem Gebrummel, das aber in einem “OOOOOOHHHHHHHH! Schau mal Manolo Blahnik!” unterging. Der Super-GAU. Kult-Schuhe. Scheiße. Also abgebogen, Blahniks angeschaut, weitergetrottet. “Hier gefällts mir!” Klar. Zum Glück hab ich noch drei Jahre Schonfrist. Ich fang schon mal zu sparen an…

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Toiletten-Etikette

Ist lang, aber lohnt sich…

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Die neue Wohnung

Wohnst du noch oder lebst du schon? Diese Frage des großen blau-gelben Schweden würde ich mir zur Zeit auch gerne stellen. Aber so einfach ist meine Situation leider nicht. Die Frage sollte lieber sein: Übernachtest du noch oder wohnst du schon? Dann können wir mal weiter schauen…

Zum besseren Verständnis zeichne ich mal kurz meinen Weg der letzten Wochen nach. Am 15. Juli bin ich also nach München gezogen. So weit, so schlecht. 12 Quadratmeter möbliert lassen wenig Raum zum Leben. Sogar wenig Raum zum Wohnen. Immerhin konnte mein Rechner mit. Die Episode im schönen Perlach (ohne Neu vorne dran), endete Ende September. Darüber war ich eigentlich ganz froh, schließlich konnte ich endlich aus diesem stinkig-schimmligen, dunklen Loch heraus. Das Problem: erst ab dem 15. Oktober hatte ich einen neuen Mietvertrag in der Tasche. Was tun?

Sümer, mein Nachbar hier im Büro, erbarmte sich und nahm mich auf. Da er grad im Urlaub war, kein großes Problem. Also gings raus nach Geltendorf. Schön da draußen, bisschen weit weg halt. Das war durchaus ganz gemütlich, so im Reiheneckhaus ganz alleine.

Aber: auch Sümer zog leider aus. Am 15.Oktober. Eigentlich perfekt, schließlich hatte ich ja mit Marion zusammen einen Mietvertrag für eine tolle Altbauwohnung in Nymphenburg abgeschlossen. Leider war die aber noch nicht fertig renoviert. Das Ende der Geschichte: Jetzt lebe ich auf der Baustelle. Das bin ich ja von der Renovierung der bocks noch gewohnt. Leider ist auch noch die Luftmatratze, die mein Bett sein sollte, undicht. Aber der Kirgisien-Teppich ist halbwegs bequem.

Am Samstag steht der Umzug an. Dann soll wenigstens alles bis auf den Gang fertig sein. Daumen drücken! Auf jeden Fall: Das Leben rückt näher!

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Zugreise

Es wird dunkel. Nicht mehr langsam, nein, die Nacht fällt jetzt mit Wucht herab. Bayerische Hügel huschen vorbei, verschämt verschwinden sie aus meinem Blick, kaum, dass ich sie erspähe. Träge folgen meine Augen, lustlos nur nehmen sie Reize an. Heimatlos. So ziehe ich durch Bayern. Süd nach Nord. Nord nach Süd. Ohne Ruhe, ohne Entspannung.

Keine Konversation. Niemand spricht in diesem Zug. Jeder vermeidet den Blick des anderen. Eine Reisegesellschaft von stummen Anonymen. Bücherseiten werden gewendet, Tasten herabgedrückt. Ein Marker verschlingt Buchstaben, ertränkt sie in gelbem Neon.

In der andächtigen Stille dieses Waggons, nur durchbrochen von gelegentlichem, gedämpften Rattern der Räder auf den Schienen, gleiten diese Menschen Richtung Norden. Ob es das hübsche Mädchen mir gegenüber ist, das auf der Suche nach einer angenehmen Schlafposition dem Verzweifeln nahe ist, der junge Mann im Feuerwehr-Pullover, der angestrengt in seinen Laptop starrt, oder der bunt längsgestreifte Mittvierziger, der konzentriert Absätze einfärbt. Sie alle ruhen. Sie verharren. Abgekapselt. In der Gruppe alleine.

Und zu allem singt Damien Rice. Von Liebe und Herzschmerz. Mit zu großem Pathos und dennoch lässig. Er singt weiter, als es schließlich dunkel ist. “Come on courage teach me to be shy.” Vielleicht saß er im Zug, als er das schrieb.

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WM-Nachtrag

Im zuge der “Deutschland. Ein Sommermärchen”-Euphorie, klaue ich unverschämt von meinem ehemaligen Auftraggeber. Der beste Beitrag des kicker-WM-Tagebuchs.

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Das WM-Tagebuch der kicker-Redaktion: Oliver Birkner

Das Turnier der Frauen

“Wenn der Torwart ein Eigentor hält, ist das dann Tor oder nicht?” Ich sitze am Küchentisch und sehe meine Mutter entgeistert an. Wie oft wurde man im Leben schon von Frauenfragen ausgekontert, doch diese WM ist die Apotheose alles bislang Dagewesenen. Denn diese WM ist eigentlich das Turnier der Frauen.

Vier Wochen lang wollen sie einmal das machen und verstehen, was ihre Männer das ganze Jahr über machen, wenn sie samstags gegen 13 Uhr in einem Parallel-Universum verschwinden. Fiebern, zittern, trinken, Bratwurst essen, jubeln, weinen, Schiedsrichter-Entscheidungen diskutieren und nebenher den nächsten Gegner sezieren.

“Ein Tor kann man nicht halten”, sage ich. “Und immer wenn der Torwart hält, dann ist es auch kein Tor.” Das stellt meine Mutter zufrieden. Doch ich weiß, dass irgendwo im Kopf der Frau, den wir ja ohnehin oft verzweifelt versuchen zu ergründen, der nächste fußballerische Hinterhalt lauert. “Die Holländer sind ja bekannt für ihre harte Spielweise”, sagte sie letztens. Wonach meine Freundin wild nickend hinzufügte: “Stimmt. Und die Italiener stehen wie immer hinten sehr kompakt.” Mehr denn je machen mir die Frauen während dieser WM-Extravaganz in unserem Lande Angst.

Dabei dachte ich mir kürzlich, dass die anderen und besseren Hälften in Italien häufiger ins Stadion gehen und taktisch einen Tick vorne liegen. In meinen sieben Jahren auf der Halbinsel veranschaulichte mir meine Bekannte Sabrina einmal per Bierdeckel den Unterschied zwischen der Taktik von Arrigo Sacchi und Giovanni Trapattoni. Wobei die Bierdeckel bei der Trap-Taktik alle gefährlich vor dem imaginären Tor übereinander lagen. Eine Veronica untersuchte am Vorabend der Partie meines Teams Bologna gegen Inter mal akribisch alle Defensiv-Schwächen der Mailänder. Tatsächlich gewannen wir in San Siro über die “schwache linke Seite” der Interisti 1:0. Es gab aber auch Eva. Die forderte immer mehr Bälle auf dem Platz, größere Tore, eine verkürzte Spielzeit und sagte ständig: “Hey, ist doch alles nur ein …” – Sie wissen schon, dieser Satz, der Männern das Blut mit Lichtgeschwindigkeit durch die Adern pumpt.

Am Dienstagabend ist es nicht nur ein … Ich hätte das Duell zwischen Italien und Deutschland gern vermieden, denn mein innerer Sympathie-Kampf zwischen beiden Ländern lässt mich seit Tagen kaum schlafen. Was meinen Augenzustand ein bisschen an Willi erinnern lässt, der am Kiosk nebenan morgens um 11 auch gerne mal das dritte Bier öffnet. “Wenn es heute Elfmeterschießen gibt…”, beginnt meine Mutter plötzlich und allein der Gedanke daran drückt Schweißperlen an Körperstellen, wo Schweiß eigentlich zuvor noch nie auftrat. “Wenn es Elfmeterschießen gibt, ist dann sofort Schluss, wenn der Erste verschießt?”

Egal, wie die Partie heute Abend ausgeht, eines weiß ich sicher: Für all die Geduld, wenn ich während der letzten Wochen vor einem Spiel im TV cholerisch “Ruhe!” schrie, für all die Ruhe, die dann auch einkehrte, für all die Fragen, für all das Interesse, für all das Mitfeiern werde ich mich repräsentativ nach der WM bei den Frauen revanchieren, die mir nahestehen. Vielleicht ohne Hitzewellen die 56. Tasche im Laden mitbegutachten. Meiner Mutter in aller Ruhe zum 26. Mal bestätigen, dass es geschmeckt hat. Und meine Freundin vielleicht völlig unerwartet mal fragen: “Trägt man Wimperntusche eigentlich von oben nach unten auf, oder von unten nach oben?”

Oliver Birkner

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Borat aus Kasachstan

Lustig…

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Magie…

Wenn das mal nicht lustig ist…

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Pendlerleben

Auf dem Land zu leben ist schön. Ohne Frage. Jeder der mich kennt, weiß dass ich ein Landei bin. Nach München ziehen zu müssen, in die Stadt – noch dazu in jene, die ich für die arroganteste Deutschlands halte – war also der Super-GAU für mich.

Im Moment wohne ich bei einem Kollegen nahe dem Ammersee. Dort ist es ruhig, grün, idyllisch. Ländlich schön eben. Geltendorf (so heißt der Ort) liegt etwa 40 km vor den Toren Münchens. Was das bedeutet? Mühsames Pendlerleben. Eine gute halbe Stunde braucht der Regionalexpress, fast 45 Minuten die S-Bahn, deren Endstation Geltendorf ist.

Viel Zeit, um andere Leute zu beobachten, aber auch viel Zeit, die man anders besser nutzen könnte. Heute: Papa flüstert Töchterchen ins Ohr. Etwa zwei Minuten. Mit einem hämischen Grinsen. Scheinbar macht er sich über irgend etwas lustig. Töchterchen: völlig regungslos starrt sie in eine andere Richtung. Dreht sich langsam zu ihrem Vater um. Dann nimmt sie den unter ihren Haaren gut verborgenen Kopfhörer aus dem Ohr. “Redest du mit mir?” Papa winkt frustriert ab. Lustiger wurde es während der Fahrt leider nicht…

Deshalb hier heute etwas, das niedergeschrieben werden muss, da ich es sonst leugnen werde. Ich werde trotzdem schon bald behaupten, so etwas nie gedacht, geschweige denn geschrieben und gespeichert zu haben: Landleben langweilt! Ich will zurück in die Stadt!

So weit ist es schon…

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Pleiten, Pech und Pannen

Ihr kennt doch sicherlich alle die Familien, wie z.B. die Ford-Familie, die seit Generationen nur diese eine Automarke fahren oder die ich-fahr-jedes-Jahr-an-den-gleichen-Strand-Familie. Wahrscheinlich wisst Ihr´s ja, aber falls nicht, ich lebe in einer Siemens Familie. Vom Herd bis zum Fernseher prägen Siemensgeräte unser Haus. Wenn es einen Gitarrenverstärker vom Großkonzern gäb, hätt ich bestimmt auch einen und könnte mir meinen Marshall ganz schnell sonst wo hindenken.

Naja Ok die Sache ist, dass der Meier seinen Handy-Vertrag verlängert hat und letzte Woche auf seinem Wunschzettel für zwei Jahre treue, das super coole neue Klapp-Handy von BenQ-Siemens stand. Der Schock kam gestern Morgen beim Frühstück…. BenQ-Siemens gibt’s nicht mehr. Na toll ! Jetzt gibt’s keine regelmäßigen Software Updates usw. Da kann ich eigentlich nur noch mit der einen Sache angeben: “Clamshell auf“….“Clamshell zu“ und das langweilt mich !
An alle die sich verstreut fühlen oder die grad eben von “Daham“ weit weg sind, möchte ich mit meinen ersten Eintrag bei bocksenstopp klarstellen, dass wir das schon hinkriegen !
„Heimat ist kein Ort, sondern ein Gefühl“ ! Heute Abend feiert der Roman Geburtstag. An dieser Stelle Herzlichen Glückwunsch und bis später meine Freunde !

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